WONDERFUL CRAZY
       Bestellen Sie das
          Lied zum Film
            gleich hier!
      
 
ERKLÄRUNG DER REGISSEURIN
 
Falling for Grace Ich bin mit den Liebeskomödien "Working Girl" ("Die Waffen der Frauen"), "Pretty Woman" und "The Truth About Cats and Dogs" ("Lügen haben lange Beine") aufgewachsen und habe diese lieben gelernt. Ich habe mich mit Tess McGill, Vivian Ward und Abby Barnes identifiziert, als sie alle versucht haben in einer Welt akzeptiert zu werden, in die sie nicht so ganz hineinpassten. Erst sehr viel später bin ich draufgekommen, dass mich die ganze Zeit mit nicht-asiatischen Personen in diesen klassisch amerikanischen Geschichten identifiziert hatte. In der Kinowelt gab es einfach keine asiatisch-amerikanische Tess McGill, zumindest fällt mir keine ein. Und als ich mich dann entschlossen habe mein erstes Drehbuch zu schreiben, wollte ich eine asiatische "Tess" erschaffen.

Als mir die ersten Ideen zu "Falling For Grace" kamen, war mir nicht bewusst, dass das, was die Handlung des Films vorantreibt (Grace, die unbedingt Teil der New Yorker High Society sein will), von einem Ereignis herrührte, das mir im Alter von acht Jahren passiert war. Damals, bei einer Geburtstagsfeier, wurde ich von einer Gruppe Mädchen ausgegrenzt und gemieden, weil diese glaubten ich wäre nicht gut oder reich genug um eine von "ihnen" zu sein. Dabei landete ich ganz alleine im ersten Stockwerk der Penthouse-Wohnung, während die reichen Mädchen im zweiten Stock spielten. Das sind die Nebenerscheinungen, wenn man in jener Stadt - Hong Kong - aufwächst, die den Weltrekord für die meisten Rolls Royces pro Kopf hält. Es ist schon erstaunlich wie so eine einzelne Kindheitserinnerung den Rest eines Lebens beeinflussen kann.

Ich wusste sofort, dass New York Chinatown die perfekte Kulisse für Graces Geschichte sein würde. Chinatown is ein faszinierender Teil Manhattans. Chinesische Einwanderer haben hier die Möglichkeit sich in einem Gebiet von einer Quadratmeile niederzulassen und dort den Rest ihres Lebens zu verbringen ohne je ein Wort Englisch sprechen zu müssen. Ich wollte dieser Sache nachgehen und herausfinden, was das für jemanden wie Grace, die sich auf ein Leben jenseits der Grenzen ihrer Gemeinde Hoffnung machte, bedeutet. Erschwerend kommt hinzu, dass Grace laufend von Popkultur und den Bildern, die von den Medien und Hollywood geschaffen werden, beeinflusst wird.

Um Graces Geschichte überzeugend erzählen zu können, musste ich sicherstellen, dass ihre ganze Familie aus Personen bestand, die fließend Kantonesisch sprechen, weil das noch immer der vorherrschende Dialekt in New Yorks Chinatown ist. Es gibt nichts, was mich mehr stört, als wenn innerhalb einer chinesischen Leinwandfamilie verschiedene Dialekte gesprochen werden oder ein ganz schlechter Akzent vorkommt, wenn das nicht so sein sollte. Ich hatte soviel Glück mit der Besetzung - Clem Cheung ("Ba") und Elizabeth Sung ("Ma") stammen ursprünglich beide aus Hong Kong. Ken Leung ("Ming") wuchs in New Yorks Chinatown auf und sprach mit seinen Eltern Kantonesisch. Sie alle waren die perfekte Familie für Grace.

Andrew (Gale Harold) Eine der wichtigsten Herausforderungen als Drehbuchschreiberin und später als Regisseurin war die Annäherung an die Rolle Andrews. Und da ich weder weiß noch ein Mann bin, ertappte ich mich dabei, dass ich diese Rolle mehr als Stereotyp angelegt hatte, als gehofft. Als dann Gale Harold für die Rolle Andrews engagiert wurde, begann ich sie für ihn umzuschreiben. Gales ehrliche Darstellung schaffte es Andrew wesentlich komplexer und interessanter, aber auch authentischer, werden zu lassen. Durch Gales Leistung können wir erkennen, dass das Leben für einen reichen und berühmten Junggesellen auch nicht wirklich perfekt ist, ganz im Gegenteil, es kann manchmal ganz schön mühsam sein. So perfekt Gale auch erscheinen mag, er stellt Andrews Schwächen meisterhaft dar: seinen Kampf das Glück in seiner eigenen Welt zu finden und trotzdem sich selbst treu zu bleiben.

Rückblickend gesehen glaube ich, dass "Falling For Grace" eine Entdeckungsreise im Kampf um Selbsterkenntnis ist. Egal ob man ein gutaussehender, wohlhabender Mann aus gutem Hause oder ein kleines Mädchen aus der Arbeiterschicht Chinatowns ist, sich selbst als das zu akzeptieren, was man ist, ist der erste Schritt auf dem Weg zum wahren Glück. Ich hoffe Sie alle genießen meine kleine Hommage an die klassische amerikanische Liebeskomödie.

Fay Ann Lee
 

 

 
© 2008 Sneak Eye Pictures